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Förderpreisträger 2010

Im Dezember letzten Jahres wurde der jährlich vergebene Förderpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf verliehen. Aktuelle Preisträger der mit 4.000 Euro dotierten Auszeichnung in der Kategorie „bildende Kunst“ sind Maki Umehara und René Zeh.

Maki Umehara: Homes in Mum-Bay

Maki Umehara, Installationsansicht im Kunstraum Düsseldorf
Maki Umehara, Installationsansicht im Kunstraum Düsseldorf

Der Raum ist weiß und bietet viel Platz. In der Leere kommen Maki Umeharas siebbedruckte indisch-bunte Stoffbahnen voll zur Geltung. Im Gegensatz zum Chaos indischer Metropolen wirken sie allerdings geordnet und gezielt platziert. Im Rahmen eines Austauschprojektes der Kunststiftung NRW in Kooperation mit dem Goethe Institut Mumbai lebte Umehara als artist in residence sechs Monate in der indischen Großstadt und verarbeitete ihre Erfahrungen und Eindrücke in ihrer Arbeit. Das Konzept der gebürtigen Japanerin, die seit zehn Jahren in Düsseldorf lebt, geht auf: Gegensatz trifft auf Gegensatz, in Gegenüberstellungen und Grenzübergängen entsteht neue Identität.

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Maximilian Westphal: Erkenntnis im Kunstformat

Maximilian Westphal: "Scavenger", 2004,120 x 180 cm
Maximilian Westphal: "Scavenger", 2004,120 x 180 cm

Klangvoller Name, unappetitliches Aussehen. Den Marabu hat der Fotograf Maximilian Westphal trotzdem gekonnt in Szene gesetzt. Das eindringlich blickende Auge packt den Betrachter sofort. Westphal sieht darin einen Vulkan, einen Wasserkrater, Gesteinslandschaft, eine Satellitenschüssel. „Ich spüre sofort, wenn ich die Kamera ziehen will“, sagt er.

Dabei hat Westphal erst im Alter von 21 Jahren begonnen, „bewusst sehen zu lernen“. Die künstlerische Energie, die er als Gitarrist während der Schulzeit in Bandproben gesteckt hatte, investierte er mit Beginn des BWL-Studiums in eine weniger termingebundene Kunst. Westphal kaufte sich eine Kamera und zog alleine los. Zwei kleinere Fotopreise wiesen ihm den Weg, ermutigten ihn, ein zweites, laut ihm nicht ganz so „erwachsenes“ Studium aufzunehmen: Westphal zog nach Dänemark und studierte Fotojournalismus. Der Grundstein für eine internationale Karriere war gelegt.

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Schmela Haus. Metamorphose

Das Schmela Haus. © Achim Kukulies  © Kunstsammlung NRW
Das Schmela Haus. © Achim Kukulies © Kunstsammlung NRW

Alfred Schmelas Turm kostete im Jahr 1967 rund 500.000 Mark und gilt als erste architektonisch in Auftrag gegebene Galerie der Bundesrepublik. Im November 2009 wurde daraus das Schmela Haus: gekauft vom Land Nordrhein-Westfalen und nun zusätzlicher Standort der Kunstsammlung NRW nach K20 und K21. Im Jahr 2011, dem 50jährigen Jubiläum der Sammlung, soll nun auch hier ausgestellt werden. Die Metamorphose: Aus der Galerie wird ein Museum.

Zwischen dem Leben als Soldat mit Bauingenieursabschluss, dem 1947 die Flucht aus einem Gefangenenlager in Italien über die Alpen gelang, und der spektakulären Eröffnung der Galerie Schmela in der Mutter-Ey-Straße lagen ein Studium an der privaten Malschule von Jo Strahn, mehrere Bierchen mit Norbert Kricke und der Einzug in ein ehemaliges Ladenlokal in Düsseldorf.

Alfred Schmela war auf Yves Klein aufmerksam geworden und eröffnete am 30. Mai 1957 mit dessen Le Monochrome die 20 m² winzige Galerie Schmela in der Hunsrückenstraße 16-18. Es folgte Entsetzen bei Publikum und Presse, die Bilder seien doch „erst grundiert“! Aber es sollte sich herausstellen: Schmela setzte sich ebenso leidenschaftlich und intensiv mit zeitgenössischen Künstlern auseinander wie er junge, progressive Kunst erfolgreich „verkloppte“. Dass er den richtigen Riecher besaß beweist die Geschichte: Die meisten seiner Schützlinge betraten bald internationales Parkett, das Rheinland wurde zum internationalen Standort der Avantgarde und Schmela zu einem der einflussreichsten Galeristen Westdeutschlands.

Schmela warf ein Auge auf die bis zu dem Zeitpunkt unbekannten US-amerikanischen Künstler – 1962 vertrat er erstmalig Kenneth Noland und Morris Louis. Außerdemöffnete er deutsche Tore für Jean Tinguely (1959), Lucio Fontana (1960), Arman (1960), Christo (1963), Robert Filliou (1969) und Gordon Matta-Clark (1977) – um nur einige zu nennen. Aber auch Schemlas Hauskünstler gelangten zu Weltruhm und bildeten die erste Reihe deutscher Nachkriegskunst, darunter Konrad Klapheck (1959), Gerhard Richter (1964), Hans Haacke (1965), Jörg Immendorff (1965) und Künstler der ZERO-Gruppe. Und endlich, im November 1965, stellte nach Schmelas langem Drängen auch Joseph Beuys mit >… irgend ein Strang…< bei ihm aus und lief dabei mit einem toten Hasen von Werk zu Werk.

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