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Marie, 25, Frankreich. Was tun, wenn viel Geld verdienen nicht das Lebensziel ist? (2)

„Welchen Rat gibst Du unserer Generation?“, frage ich meine Interviewpartnerin, die 25jährige Marie aus Frankreich bei meinem Interview. Marie zögert. „Ich weiß nicht, ob das verantwortungsbewusst ist.“ Ich sage ihr, dass es darum gar nicht geht.

„Dann: Genießt das Leben!“

Berufswahl – den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen!

Maries Hilflosigkeit gegenüber der Flut an Berufsmöglichkeiten ist kein Einzelfall. Viele junge Menschen sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr, u.a. auch, weil es für sie schwierig ist, die unterschiedlichen Möglichkeiten angemessen zu beurteilen. Eine Entscheidung zu treffen bedeutet gleichzeitig, vieles andere auszuschließen, was weitere Ratlosigkeit verursacht. Vielleicht sind wir nicht umsonst die Generation Praktikum.

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Marie, 25, Frankreich. Was tun, wenn viel Geld verdienen nicht das Lebensziel ist? (1)

Das einzige, das Marie an der Ehe reizen würde, ist das weiße Hochzeitskleid. Auch sonst scheint sie von konventioneller Sicherheit nicht viel zu halten.

Ich treffe Marie in einem Backpackerhostel in Picton (Neuseeland), in dem sie gerade für ein paar Tage Pause vom WWOOFing („willing workers on organic farms“) macht. Die 25jährige Französin wundert sich, dass ich sie frage, ob sie mir von ihrem Leben erzählen will. Aus ihrer Sicht hat sie nichts Interessantes zu berichten, willigt aber trotzdem ein. Wir setzen uns in den Garten des Hostels unter einen Sonnenschirm und sie beginnt, eher gleichgültig von ihrem Werdegang zu berichten.

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Leben auf dem Bauernhof 1

Das Lustige am Trampen ist, dass man vorher nie weiß, wo man abends landen wird und natürlich: wie man da hin gekommen ist. Als wir heute nachmittag, leider – oder soll ich lieber schreiben: zum Glück – wieder mal viel zu spät losgegangen sind, waren wir in Picton. Jetzt befinde ich mich im Zwiebelstyle mit möglichst vielen Klamotten an, darunter meine vom Hot Yoga verschwitzte Jazzhose, in einem von drei Männern bewohnten Bauernhof, fünf Kilometer von der Hauptstraße und geschätzte 90 Kilometer von Kaikoura, unserem eigentlichen Tagesziel, entfernt. Ich kann nur erahnen, wie beeindruckend die Landschaft sich morgen meinen Augen präsentieren wird.

Hier die tolle Geschichte:

Wir wurden von einer jungen Frau an einer sehr ungünstigen Stelle abgesetzt. Zum Glück gab es da Pete, den Truckfahrer. Heute hatte er Trauben geladen, sonst aber fährt er vorzugsweise Muscheln hin und her. Er drehte extra um, um uns nicht am Straßenrand bei untergehender Sonne stehen zu lassen. Wir quetschten uns mit zwei Riesenrucksäcken und drei kleinen Taschen auf den Beifahrersitz, hoch oben im Fahrerhäuschen.

Genial. Geniale Aussicht und lustiger Kerl. Nach Feierabend schaute er nochmal nach, ob wir von der Stelle, wo er uns abgesetzt hatte, weggekommen waren. Waren wir nicht, aber eine nette Landwirtin hatte uns den Tipp gegeben, uns in einen Truckerpub zu setzen und die Gäste aktiv anzusprechen. Ersteres taten wir denn auch und ließen Pete seines Weges ziehen.

Wir traten ein und es entstand sofort eine neue Geräuschskulisse: murmel murmel Backpacker murmel Backpacker murmel murmel. Naja. Wir bestellten erst mal ein Bier. Innerhalb von fünf Minuten waren fast alle Gäste weg. Lag nicht an uns! Drei Typen waren noch da, von denen einer, Nick, mich zum Billiardspielen aufforderte. Im Gespräch erzählte er mir, dass er und seine Kumpels für drei Monate im Busch eine Pflanze namens Old Man Beard ausmerzen würden.

Dieser Baum wildert herum und hindert heimische Pflanzen am Wachstum. Im Herbst zu erkennen an den weißen Blüten.

Wir wurden dann eingeladen, nicht das teuere Motel zu zahlen, sondern bei ihnen im Bauernhof zu übernachten. Hey, die Reise soll ja auch interessant werden! In einem Geländewagen fuhren wir rasant über Schotterwege und Gestein durch die Nacht. In dem Moment, wo Nick ansetzte uns zu erklären, dass wir an sehr sympathische Menschen geraten seien und uns keine Sorgen machen sollten, ertönte ohrenbetäubend Iron Maiden. Tatsächlich bestand Nicks die einzige verlangte Gegenleistung darin, ein Feuer im Kamin zu machen. Voll gemütlich und bei Tee und Wein erzählten wir uns aus unserem Leben.

Die Jungs rückten ihre besten Schlafsäcke und Decken und auch das gemütlichste Zimmer für uns raus und sagten um 23:30 Uhr „Gute Nacht“. Schließlich müssen sie um sechs raus und wir können ausschlafen.