Die Welt ist Ernst. Blog

Fernreisen sind klimaschädlich, und der Massentourismus belastet die Infrastruktur vor Ort. Wegen der weltweiten Pandemie ist das Reisen derzeit sowieso nicht ratsam.

Doch Reisen mit kulturellem Schwerpunkt bildet und hat wichtige Funktionen für die Gesellschaft und den Einzelnen. Es hilft, Vorurteile und die Angst vor dem Fremden abzubauen, fremde Kulturen zu verstehen und die Heimat zu schätzen.

Durch die Pandemie wird das virtuelle Reisen zur Alternative, um ferne Orte und Menschen kennenzulernen: Vom Sofa aus können wir Museen und Weltkulturerbestätten besichtigen. Menschen führen uns virtuell durch ihre Stadt, Künstlerinnen und Künstler bringen uns ihre Arbeit näher.

Mit diesem Projekt möchte ich um die Welt reisen – vom Sofa aus. Unter anderem möchte ich herausfinden:

  • Was vermissen wir, wenn wir nicht reisen?
  • Wie wird sich die neue Form von Austausch mit der Welt auf unsere Gesellschaft auswirken?

    Aktuell plane ich die Reise. Ich recherchiere, welche virtuellen Kulturangebote es gibt. Ich kategorisiere sie, z. B. nach Orten, digitalen Formaten und Anbietern.

    Sobald er steht, stelle ich den Reiseplan hier vor: Meine Route, um virtuell um die Welt zu reisen.

    Zu jedem virtuellen Kulturangebot schreibe ich einen belletristischen Reisebericht, den Du hier im Blog lesen kannst.

    Lass gern Deine E-Mail-Adresse da um zu erfahren, wann die Reise beginnt.

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    Und sonst? Stöbere doch in meinem alten Blog :)

  • Warum ist hier nichts los?

    Im September habe ich mich getraut – ein Sprung ins Wasser der Selbstständigkeit. Ich finde es gar nicht so kalt wie sich das viele vorstellen, vielmehr fühlt es sich angenehm warm an. Aber das mag auch daran liegen, dass ich schon vorher neben meiner Festanstellung freiberuflich gearbeitet habe und deshalb vorbereitet(er) bin. Derzeit kümmere ich mich neben dem Geldverdienen um administrativen Kram und, viel aufregender, ich entwickle (1) meine Marke und (2) ein Onlinebusiness. So viel kann ich verraten. Es ist wie beim Schreiben: Das Ergebnis sieht leicht und knackig aus, aber dahinter steckt viel Vorarbeit. Bevor es richtig losgeht,

    INDEX verabschiedet sich

    Das Ende des Jahres 2014 bedeutet auch ein Ende ganz anderer Art: Nach vier Jahren INDEX – Das Düsseldorfer Kunstmagazin haben wir uns entschieden, dass die Zeit für Neues gekommen ist. Die „schwarze“ Ausgabe 20, die bis zum 31. Dezember aktuell sein wird, ist somit die Letzte von 19 weiteren Ausgaben. Mir ist, um eine etwas altmodische Ausdrucksweise zu bemühen, melancholisch ums Herz, denn INDEX war mein Baby, das ich nun loslassen muss. Mit jeder Ausgabe sind wir beide innerlich-inhaltlich gewachsen. Wir haben entdeckt, beleuchtet, weitergegeben – authentische, kritische, leidenschaftliche Einblicke und Einsichten in die bildende Kunst und die Mechanismen des Kunstmarktes.

    Sternengreifer

    Der schlicht gekleidete Thomas Ruff scheint auf den ersten Blick nicht so ganz zu seinem imposanten, etliche Meter hohen Atelier zu passen, in welchem er mich ausgesprochen höflich empfängt. Doch schnell wird mir klar, dass der Fotokünstler weniger bestrebt ist, zu beeindrucken, als vielmehr danach, optimale Arbeits- und Lichtbedingungen zu schaffen. Unser Gespräch verläuft ähnlich konzentriert auf das Wesentliche: Ruff gibt ebenso nüchtern wie bereitwillig Auskunft über eine jahrzehntelange Expedition in Bereiche, zu denen das bloße Auge keinen Zugang hat.

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    Thomas Ruff, Foto Michael W. Driesch

    Ruffs aktuelle Ausstellung Lichten in der Kunsthalle Düsseldorf, die zuvor im Genter S.M.A.C.K. zu sehen gewesen ist, dokumentiert fünf seiner zahlreichen künstlerischen Stationen aus 35 Jahren Schaffen. Dem Titel der Ausstellung kann ich zwar einiges abgewinnen – er klingt poetisch, bietet eine beachtliche Zahl an Assoziationsmöglichkeiten und ist, wie Ruff betont, mit Flämisch und Deutsch kompatibel. Doch ein treffenderer Titel der Ausstellung, die ohne Ruffs berühmte Portraits auskommen muss, hätte sich eher auf die Aufnahmetechniken beziehen müssen. Besonders hervorzuheben ist nämlich nicht etwa das Licht, sondern die Tatsache, dass, entsprechend der Entwicklungsstufe der Fotografie, jeweils andere Techniken eingesetzt wurden. Selbst Ruff räumt lachend ein, dass das Konzept der Ausstellung „ein bisschen eierig“ sei.