Street-Art in Buenos Aires – mit Airbnb

Buenos Aires und Street-Art? Von beidem weiß ich zu wenig. Grund genug, mich für die virtuelle Reise „Entdecke Street-Art in Buenos Aires und zeichne selbst“ von Airbnb anzumelden.

Zum ersten Mal zahle ich für ein solches Angebot, 12 Euro. Und zum ersten Mal lerne ich Reisegefährtinnen (wir sind nur Frauen) kennen. Unsere Gastgeberin Flor Da Valle fragt jede von uns, woher wir kommen – USA, Indien, Argentinien, Deutschland. Wir unterhalten uns ein bisschen.

Flor selbst ist Künstlerin. Über die kostenpflichtigen Touren, die sie über Airbnb anbietet, verdient sie ein zusätzliches Einkommen.

Virtuelles Reisen nach Buenos Aires: „Live“, aber nicht „vor Ort“

Ich hatte gedacht, dass Flor uns live mitnimmt auf die Straßen von Buenos Aires (wie Alioune von Gorée Island über Heygo). Aber sie sitzt in ihrem Atelier und hat einen Vortrag vorbereitet.

Der ist routiniert, schließlich bietet Flor die Tour mehrmals die Woche auf Airbnb an. Sie baut interaktive Elemente wie Ratespiele zur Straßenkunst ein.

Von ihrer Präsentation wechselt sie zu Videos und Google Street. Wir streifen durch Viertel wie La Boca, Puerto Madero und Palermo. Die leuchtenden Farben der Straßenkunst, Flors gute Laune und die Kommentare meiner Gefährtinnen ein bisschen Reisefeeling aufkommen.

Am meisten im Gedächtnis bleibt mir der Künstler Martín Ron. Klar, er malt hyperrealistische Bilder an die Wände von Hochhäusern. Das muss man erstmal können. Was mich aber am meisten fasziniert, ist seine Methode.

Wenn Künster*innen Bilder übertragen, arbeiten sie in der Regel mit Rastern. Sie teilen also die Vorlage in Quadrate ein. Auf die neue Fläche ziehen sie ein Raster und übertragen nach und nach das Bild.

Nicht so Martín Ron. Das ist sein „Raster“:

So entstehen Martín Rons hyperrealistische Gemälde an Hochhäusern in Buenos Aires. Quelle: Vortrag von Flor Da Valle

Das der Unterschied zwischen Handwerk und Genie.

Die Regeln zu kennen und sie zu beherrschen ist beides lernbar. Und dann? Weiter schaffen es nur diejenigen, die ihren eigenen Weg gehen.

Am Ende, inspiriert von der Straßenkunst, leitet Flor eine kurze Mal-Session an. Nichts Großes, aber es macht Spaß zu kritzeln, nebenher mit den anderen zu sprechen. Als ich Brené Brown zitiere, brechen Begeisterungsstürme aus, über Ozeane hinweg. Plötzlich entsteht ein Gemeinschaftsgefühl.

Grinsend klappe ich später den Laptop zu. Ein Gutes hat die Pandemie: Die neuen digitalen Formate bringen uns näher.

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