Kandinsky hören – mit dem Centre Pompidou und Google Arts & Culture

Für mich tragen Vokale Farben. Das A ist ganz klar gelb. Das E blau. Rot ist wiederum das I, O ist braun, U lila.

Synästhesie bedeutet, dass Sinnesreize miteinander verknüpft werden, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Zum Beispiel Farben mit Tönen, Formen mit Geschmäckern.

Ich weiß, dass das nerdig klingt. Aber es kann, Genie vorausgesetzt, auch eine Superkraft sein.

Viele Kunstwerke entstehen dank Synästhesie – beispielsweise die abstrakten Werke von Wassily Kandinsky. Seine Farben und Formen hatte er zuerst als Töne und Rhythmen im Kopf.

Akustische Dimensionen der bildenden Kunst: Die Synästhesie Kandinskys

Digitale Angebote können Synästhesie erlebbar machen.

Das erkannte auch das Pariser Centre Pompidou. Es stellte Google Arts & Culture seine „Bibliothèque Kandinski“ für Online-Ausstellungen und Themendossiers zur Verfügung. Es entstand: The artist who could see sound.

Quelle: artsandculture.google.com/project/kandinsky

Klar, dass ich sofort auf Play a Kandinsky klicke, um sein Werk Gelb, Rot, Blau (1925) zu betrachten – und zu hören.

Die Elektromusiker Antoine Bertin und Nsdos haben nicht etwa versucht, ihre Interpretation der Innenwelt des Künstlers auszuarbeiten. Die überließen sie der künstlichen Intelligenz, die sie u. a. mit Musik der damaligen Zeit und Kandinskys Theorien fütterten.

Hat Kandinsky das gehört?

Farben verbinden sich mit Formen, Klängen und Gefühlen.

Ich muss schmunzeln, weil ich an die Leute denke, die vor Kunst stehen und sagen „das kann ich auch“. Hier zeigt sich, wie durchdacht gute abstrakte Malerei ist.

Der Dialog geht weit über unsere eigene Wahrnehmung hinaus. Das Werk erzählt mir wortlos Geschichten, die ich vorher nicht wahrgenommen hatte.

Leave a Comment