Great Barrier Reef – mit David Attenborough

Ein Anfang.

Keine Ahnung, wie virtuelles Reisen aussieht. Welche Kriterien sind wichtig? Wo führt es hin?

Klar, es kann das Erlebnis vor Ort nicht ersetzen. Ich werde nicht den Wind auf der Haut spüren. Nicht direkt mit Menschen sprechen. Keine Düfte schnuppern. Ich sehe nur zweidimensional.

Doch was nützt es, dem hinterher zu weinen, was nicht geht? Ich möchte herausfinden, was geht. Womit ich mein Fernweh ein bisschen stillen kann.

Wenn Du magst, nehme ich Dich mit auf die virtuelle Reise.

Warum mit Kilometern geizen? Wir starten beim Great Barrier Reef

Wir starten beim Great Barrier Reef. Anfahrtswege haben wir ja nicht, warum also mit Kilometern geizen.

Die Reise hat mich gereizt, weil ich selbst vor elf Jahren übers Great Barrier Reef schnorcheln durfte – über 15 Meter tiefe Korallenabgründe, neben Schildkröten, neugierigen Zebrafischen und kleinen Haien. Es war ein Highlight meiner Weltreise.

Außerdem gibt es einen praktischen Grund für meine Wahl: Der britische Tierfilmer und Naturforscher David Attenborough hat ein großartiges Angebot ins Netz gestellt. In einem „interactive journey“ kann man das Great Barrier Reef erkunden. Kurze Videos wechseln sich mit interaktiven und Text-Elementen ab. Eine Übersicht zeigt mir an, wo ich mich befinde. Ich kann tauchen und sogar vom All aus auf das Riff schauen.

Quelle: attenboroughsreef.com

Korallen sind nicht nur schön: Ohne sie versandet das Leben

„Yongala“ bedeutet in der Sprache der Aborigines „Weites Wasser“. Ein Zyklon sorgte vor 110 Jahren dafür, dass das gleichnamige Passagierschiff genau da unterging: im Ozean, 56 Kilometer von der australischen Küstenstadt Townsville entfernt.

Ein kurzes Video zeigt das Wrack. Und ich erfahre, warum Korallen so verdammt wichtig sind.

Stellen wir uns den Meeresboden als die endlose Wüste vor, die er ist. Dort finden die wenigsten Tiere Nahrung und Verstecke. Nun liegt da plötzlich ein Schiffswrack.

Zuerst besiedeln es mikroskopische Algen. Dann reisen tausende Rankenfüßer und andere kleine Tierchen an, deren Lebensgrundlage diese Algen sind. Nun sind die Korallen-Polypen an der Reihe. Ohne sie könnte kein Riff existieren. Nemo und seine Kumpels hätten keine Lebensgrundlage.

Entspannt beobachten, wie eine Koralle wächst. Quelle: attenboroughsreef.com

Die Hauptattraktion ist natürlich das echte Great Barrier Reef. Die Karte zeigt mir, dass es sich 2.300 Kilometer entlang der australischen Küste erstreckt. Eine Fläche von 344.400 Quadratkilometern, so groß wie Italien, bietet mehr als 1.500 Fisch-, 600 Korallen- und 30 Wal- und Delfinarten Lebensraum.

Ich tauche unter Wasser. Kein Künstler könnte so viele Farben malen. Auch mein Laptop scheitert an der Wiedergabe. Aber ich kann erahnen, was ich verpasse. Zum Beispiel mit einer Animation, die mir zeigt, welche Farben Fangschreckenkrebse sehen. Die kann ich mit meinem Menschenauge nicht einmal erahnen.

Wenn die dritte Dimension schwindet

Was könnte das Thema dieser ersten Reise sein? Ich habe mich für die dritte Dimension entschieden. Die nämlich fehlt mir, wenn ich per Laptop verreise. Am Great Barrier Reef ist sie jedoch doppelt relevant.

Zum einen, weil wir uns unter Wasser auch in die Höhe bewegen können. Wie habe ich es damals genossen, so viel Bewegungsspielraum zu haben!

Zum anderen, weil die Korallen diese dritte Dimension brauchen. Wenn Ozeane wärmer werden und übersäuern, verlieren die Korallen sie.

In diesem Zustand befinden sich die Korallen heute. Die dreidimensionale Struktur besteht noch. Wenn wir den Regler betätigen sehen wir, wie sich das Riff verändert. Links: So sieht’s aus, wenn die globale Temperatur weiter ansteigt. Rechts: So, wenn wir sofort handeln. Quelle: attenboroughsreef.com

Was können wir tun?

  1. Was wir lieben, schützen wir. Teile die virtuelle Reise von David Attenborough durch das Great Barrier Reef. So erfahren mehr Menschen von diesem wundervollen Ökosystem, das ein wesentlicher Teil unserer Lebensgrundlage ist.
  2. Hilf der NASA, das Riff zu kartografieren, um es besser erforschen zu können. Dafür hat sie das Spiel NeMo-Net entwickelt.
  3. Hast Du weitere Ideen? Teile sie in den Kommentaren.

Fazit: Vor Ort habe ich damals das Great Barrier Reef erlebt und bewundert. Auf der virtuellen Reise habe ich es jedoch intellektuell verstanden – und mich an der zweidimensionalen Schönheit erfreut.

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