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Die Kreuzkorrespondenzen: Der Beweis für ein Leben nach dem Tod?

anke ernst kreuzkorrespondenzen

Mutige Wissenschaftler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts schreckten nicht davor zurück, das Undenkbare zu denken, und – das ist das eigentlich Spektakuläre – erforschten es wissenschaftlich über Jahrzehnte hinweg.

Alles beginnt im 19. Jahrhundert, genauer: am 20. Februar 1882. An diesem Tag gründeten Mitglieder der intellektuellen Elite Großbritanniens die Society of Psychical Research (dt.: Gesellschaft für parapsychologische Forschung). Sie legten damit den Grundstein, um zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit Geistererscheinungen, Visionen, Gedankenübertragungen und andere unerklärliche Phänomene wissenschaftlich zu untersuchen.
Unter den Teilnehmern der Gründungsversammlung befand sich auch Arthur Balfour, der 20 Jahre später britischer Premierminister werden sollte. Henry Sidgwick, Professor für Moralphilosophie in Cambridge, wurde zum Präsidenten gewählt. Schnell wuchs die Mitgliederzahl der Gesellschaft auf über 200, darunter prominente Politiker, Geistliche, Spiritisten, Maler und Schriftsteller wie Charles L. Dogson (alias Lewis Carroll) und Samuel Clemens (alias Mark Twain).

Einige Jahre später sahen sich die Wissenschaftler mit einem Phänomen konfrontiert, das unter dem Namen „cross correspondences“ (dt.: Kreuzkorrespondenzen) in die Geschichte der Parapsychologie eingegangen ist. Unabhängig voneinander empfingen zwölf Frauen, die in Großbritannien, den U.S.A. und Indien wohnten, durch automatisches Schreiben Botschaften, die zusammenzuhängen schienen. Für sich genommen ergeben diese Nachrichten keinen Sinn. Erst wenn sie mithilfe eines Lösungsschlüssels zusammengelegt werden, offenbaren die rätselhaften Einzelteile ein verschachteltes Kommunikationssystem. Diese Schriften – innerhalb von 30 Jahren entstanden an die 3.000 – bilden das umfassendste und komplexeste Material der Geschichte der parapsychologischen Forschung.

Die Kreuzkorrespondenzen können nicht beweisen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Aber sie sind ein bisher ungeklärtes Phänomen, das den glaubwürdigsten Versuch eines Beweises liefert.

 

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