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Anonyme Konzentration

Die Galeristin in spe glaubt an die Kraft der Naivität. An die unvoreingenommene Herangehensweise an die Kunst. Erst nach einem Ausstellungsbesuch liest sie etwas über diejenigen Werke, die sie brennend oder auch überhaupt nicht interessiert haben. Immer verändern diese externen Informationen die Sichtweise auf die Kunst, manchmal im Positiven, manchmal auch im Negativen. Während unseres Gesprächs stellt die Galeristin mir die rhetorisch gemeinte Frage: Warum sollte man sich den ersten Eindruck, die erste intime Begegnung mit der Kunst, durch einen Text kaputtmachen?

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Marcela Kozlik, Foto Michael W. Driesch

Marcela Kozlik verfolgt mit ihrer MMK Gallery ein ebenso simples wie radikales Konzept und stellt sich damit diametral gegenüber der Konzeptkunst auf: Im zweimonatlichen Turnus will sie sogenannte Mixed Visual Art sowohl von renommierten als auch von unbekannten Künstlern in Gruppen- und Einzelausstellungen zeigen – und zwar ohne den Namen der Künstler, die Titel der Werke, die Künstlervitae, ohne also den Kontext zu offenbaren. Der Fokus liegt somit ausschließlich auf der Kunst, die „um ihrer selbst willen“ betrachtet werden soll. Enthüllt wird auf der Finissage oder aber beim Kauf. Das Einzige, was die Arbeiten als Kunst definieren soll, sind die circa 300 Quadratmeter Ausstellungsfläche der Galerieräume in der Hüttenstraße 41. weiterlesen

Trubel von außen

Nach dem kleinen Schwedenexkurs fliegen wir gedanklich auf einen anderen Kontinent und landen wieder in Sri Lanka. Hier waren wir stehen geblieben.

Nachdem ich mich – aus Zeitgründen – schwermütig von der Besichtigung des kulturellen Nordens Sri Lankas verabschiedet hatte, wollte ich mir wenigstens wie ein rechtschaffener Tourist Kandy anschauen. Bevor die Briten sich 1815 die Insel unter den Nagel rissen, war das nämlich die Hauptstadt des (letzten) singhalesischen Königreiches.

Nun war ich also wieder auf mich gestellt. Naja, fast. Meine neue Familie hatte mir ein Handy mitgegeben, auf dem sie mich verhältnismäßig häufig kontaktierten und mich fragten, ob es mir gut ginge (jetzt kann ich nachvollziehen, wie Kinder überfürsorglicher Eltern reisen). Auch hatten sie mir über Beziehungen ein Hotel namens Kandy Residence mit sehr netten Menschen darin besorgt. Radja, der Mann für alles, kümmerte sich rührend um mich und gab mir sogar seine Handynummer, damit ich ihn im Notfall anrufen konnte. Es fühlte sich zwar familiär, aber trotzdem professionell an. Das Zimmer war für Sri Lanka untypisch sauber, aber die Aussicht auf eine künstliche Rose erinnerte mich konstant daran, dass ich mich tatsächlich in Asien befand. Herrlich!

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Asienkitsch: Künstliche Rose vor meinem Zimmer im Kandy Residence. Und das Zimmer war sauber.

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Ankanut

Ich sag’s mal so: Unser Kanu kam immer als Letztes an. Es war glaube ich einfach zu schwer. An einigen Tagen hatte ich eindeutig das falsche Paddel. Der Wind blies immer ausschließlich gegen uns. Doch um ehrlich zu sein: Ich kann einfach nicht lenken und bin eine halbe Portion.

Wie lange noch? Eine Frage, die ich lieber nicht stellte. Besser einen Schlag nach dem anderen tun.
Wie lange noch? Eine Frage, die ich lieber nicht stellte. Besser einen Schlag nach dem anderen tun.

Ich wäre aber nicht ich, wenn ich aus dieser Erfahrung nicht überlebenswichtige Regeln ermittelt hätte, die ich Euch für den Ernstfall nicht vorenthalten möchte (die Delfinanlockungstaktik habe ich ebenfalls perfektioniert). Hier also die ©Lahmkanu-Anleitung (ich werde sie mir patentieren lassen): weiterlesen