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Couchsurfing für Anfänger

Kennt Ihr couchsurfing? Eine Internetcommunity, in der jeder ein Profil hat und als aktives Mitglied einen Beitrag zu einer toleranteren Welt leistet. Man kann als Host anderen seine Couch anbieten und als Surfer bei anderen Leuten weltweit übernachten. Genau letzteres tue ich im Moment. Ich wohne bei Emmanuel, gewissermaßen dem Hostmaster San Franciscos. Auf seinen 30m2 Wohnfläche beherbergt er jede Nacht bis zu acht Leute, 365 Tage im Jahr. Weiß der Himmel wie er das aushält, aber er ist von dem Konzept offensichtlich absolut überzeugt. Gut für mich, ich lerne jeden Tag auch „zu Hause“ neue Leute kennen und der finanzielle Vorteil liegt auf der Hand (wobei das ja angesichts der hohen Ideale der Community eher sekundär ist).

Als ich bei Emmanuel ankam erhielt ich, noch bevor ich meine Sachen ablegen und mich setzen konnte, eine Einweisung in die Plastikindustrie. Die Kurzfassung: Plastik ist unnötig, krebserregend und wird in unvorstellbaren Dimensionen produziert. Es gibt sogar ein „Garbage Island“, zwei Mal so groß wie Texas. Dieser Bericht zeigt das sehr anschaulich.

Emmanuels erweiterter Wasserhahn, der ihm Wasserflaschenkaufen erspart.

Mein Englisch verbessert sich von Tag zu Tag. Am Besten ich gebe Euch zum Beweis jetzt ein Vorher- und am Ende der Reise ein Nachher-Beispiel (bitte erinnert mich dran :). Bei einem CouchSurfing-Meeting traf ich auf eine sehr nette Amerikanerin. Als sie mich fragte, ob ich am darauffolgenden Donnerstag zu einem weiteren Treffen kommen würde, antwortete ich, um zu erfahren, wo das ist und wie ich da hin komme, ungefähr so etwas: „I actually just arrived, so I don’t really know where things are and what’s happening here.“ Ihre Antwort: „Oh, GREAT!“

Übrigens war ich auch schon beim Yoga. In einem extrem warmen Raum rannte ein, sagen wir um zu untertreiben, gutaussehender halbnackter Yogalehrer herum, der orientalische Weisheiten verbreitete und zu Popmusik machten wir dermaßen anstrengende Asanas, dass mein ganzer Körper konstant zitterte. War aber auf jeden Fall das Geld wert.

Um der Frage vorzugreifen: Nein, ich habe noch keine Stars gesehen oder sie jedenfalls nicht erkannt, wohl aber bin ich erst ohne es zu merken durch ein Filmset gelaufen, kann also sein, dass ich jetzt in der Serie „Love Bites“ zu sehen bin.

Im nächsten Beitrag werde ich Euch einen interessanten Herrn vorstellen, der mir in einer verpeilten Minute erst den Weg, dann die halbe Stadt gezeigt hat. Sein Name ist Denis; er ist Vietnamveteran und heute Buddhist und Vegetarier. Freut Euch drauf.