Navigate / search

Mückenstichoptimismus

Zu Hause jucken Mückenstiche immer noch. Schwedens Abschiedsgeschenk, das übrigens gar nicht mal so übermäßig großzügig war, hätte ich freiwillig intensiver ausgekostet, um im Gegenzug nicht feststellen zu müssen:

Wir Zivilisierten haben alles zubetoniert. Überall blitzt und blinkt es. Musik ist nicht mehr so besonders, wenn sie immer verfügbar ist. Mein Blick trifft auf Häuserreihen, wenn ich weit gucken will. Die Sonne geht unter, ohne dass ich es bis zum Ende sehen kann.

Dalsland_Sweden_2013_©Anke Ernst

Bus und Fähren trugen uns erbarmungslos mit mehr oder weniger Speed zurück in die Zivilisation. weiterlesen

Zeitsinn

Wenn man dann angelegt, das Feuer gemacht und das Zelt aufgebaut hat, drängt sich auf einmal ein sehr wertvolles Gut auf: Zeit. Es fiel mir anfangs schwer, dem allgegenwärtigen Anspruch “Zeit muss sinnvoll genutzt werden” den Stinkefinger zu zeigen. Aber dafür gab es die anderen Gruppenmitglieder, die den Alltag Zuhause scheinbar mühelos wegschieben und sich dem reinen Spaß widmen konnten.

An unserem Ruhetag lag ich grübelnd in der Sonne, als sich vor mir ein Spektakel aufbauen würde, das mir für den nächsten Tag mehr Lach- als Paddelmuskelkater bescheren sollte: Die Jungs versuchten, eine Rutsche von einem Felsen ins Wasser zu bauen. Unten Schwimmwesten, darauf eine Plane, die irgendwie mehr Grip hatte als der Felsen. Um den Rutscheffekt zu erzielen, entfremdeten sie eine Schwimmweste zu einem ausgepolsterten Slip, sodass sie, zumindest untenrum, aussahen wie Sumoringer. Wenn einer rutschte, kippte ein anderer mit einem kleinen Kochtopf Wasser hinterher. Die Proportionen waren etwas ungleich. War zunächst der Rutschenbau vorrangiges Ziel (und mir zu zielorientiert) gewesen, wurden die akrobatischen Einlagen und das Wegschmeißen vor Lachen zum Hauptinhalt.

Dalsland_Schweden_2013 © Anke Ernst
Waschen, vom Feuer abwenden, hilft alles nix. Du wirst durchgeräuchert wie ein Lachs.

weiterlesen

Ankanut

Ich sag’s mal so: Unser Kanu kam immer als Letztes an. Es war glaube ich einfach zu schwer. An einigen Tagen hatte ich eindeutig das falsche Paddel. Der Wind blies immer ausschließlich gegen uns. Doch um ehrlich zu sein: Ich kann einfach nicht lenken und bin eine halbe Portion.

Wie lange noch? Eine Frage, die ich lieber nicht stellte. Besser einen Schlag nach dem anderen tun.
Wie lange noch? Eine Frage, die ich lieber nicht stellte. Besser einen Schlag nach dem anderen tun.

Ich wäre aber nicht ich, wenn ich aus dieser Erfahrung nicht überlebenswichtige Regeln ermittelt hätte, die ich Euch für den Ernstfall nicht vorenthalten möchte (die Delfinanlockungstaktik habe ich ebenfalls perfektioniert). Hier also die ©Lahmkanu-Anleitung (ich werde sie mir patentieren lassen): weiterlesen