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Alternatives Karnevalfeiern

Let's get ready to rumble (literally)! Vielversprechende Menschenansammlung zu Tage
Let’s get ready to rumble (literally)! Vielversprechende Menschenansammlung zu Tage

In dem winzigen tropischen Ort San Clemente, der normalerweise menschenleer ist, hält auch hier der Straßenkarneval, was er im Deutschen buchstäblich verspricht. Mit den Unterschieden: Keine Verkleidung. Reaggetón statt Höhner. Keine aggressive Stimmung. Wasser, Bier und Schaumsprays sind zum Sprühen da, Caña Manabita, ein regionaler Schnaps ähnlich wie Cachaça, 36%, zum Trinken.

Menschen allen Alters, vom Greis bis zum kleinen Mädchen, feiern bis zum nächsten Tag (ich hoffe, dass die Trinkgewohnheiten dem Alter entsprechen; aber alles ist ja bekanntlich relativ). Zwei Typen scheinen sich gleich prügeln zu wollen. Dann umarmen sie sich, der eine weint und bekundet, wie sehr er den anderen liebt.

Ob der Standbesitzer wohl bei der BBC angerufen hat, um die Rechte an Mr. Beans Gesicht zu erwerben?
Ob der Standbesitzer wohl bei der BBC angerufen hat, um die Rechte an Mr. Beans Gesicht zu erwerben?

Ein Mann schläft in einer Hängematte (keine Ahnung, wie er das bei dem Lärm schafft), zwei unserer Jungs lassen es sich nicht nehmen, ihm seelenruhig eiskaltes Wasser zwischen die Beine zu kippen und schnell abzuhauen.

Der Schlamm der Straße hat meine flipflopbeschuhten Füße erreicht und quietscht zwischen den Zehen. Eine neue Caña-Flasche wird aufgemacht, nachdem sie umgedreht und mit dem Ellenbogen auf die Unterseite gestoßen wurde. Treibt den Teufel aus.

Es ist eine der besten Parties auf der ich je war. Göttlich!

San Clemente

Ferien in Ecuador = arbeitsuchender Fahrer inklusive Bus
Ferien in Ecuador = arbeitsuchender Fahrer inklusive Bus

Verkleidet als Schulkinder kamen wir in San Clemente an. Nicht, dass wir entsprechende Uniformen, wie sie hier überall gängig sind, angehabt hätten. Aber immerhin hatten wir einen Schulbus gemietet und sahen für Verkehrsteilnehmer aus, als würden wir über Karneval einen Schulausflug von Quito in das kleine Stranddorf San Clemente machen.

Unser Fahrer war laut Ecuatorianer ein sehr guter. Wahrscheinlich darf man, um diese Bezeichnung zu erhalten, das Wort „Mindestabstand“ nicht kennen – was global gesehen sowieso eine überschätzte deutsche Erfindung zu sein scheint. Durch das regnerische nächtliche Gebirge mit glitschigen, teils schlammigen Straßen machte ich mir in den neun Stunden Fahrt ein paar Sorgen um mein Leben, aber da hilft schlafen ganz gut. Meine Träume waren sorgloserer Natur.

Zu acht bezogen wir das wunderschöne Strandhaus unserer großzügigen Gastgeber. Unsere Haut war bald überfordert von Sonnencreme, Aftersun und Chemiehammermückenspray. Aber bei aggressiver Sonneneinstrahlung, ausgiebigen Strandgängen und tropenfieberübertragenden Mücken war das nur eine kleine Notwendigkeit von ansonsten idealen Bedingungen für einen perfekten Strandurlaub.

Um darüber hinaus den Aufenthalt zu beschreiben eignen sich die wenigen deutschen Worte, die die Ecuatorianer von uns lernten: alta Schwide, Geldotomat, Prosch, Katta.