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Tierische Überlebenstaktiken 2

Hier meine Lieblinge: Die Wasabis … ähh … Wallabys. Es gab eines, das mich besonders mochte und auch noch am Zaun entlang immer verfolgt hat, als ich schon längst aus dem Gehege draußen war. Mein kleines Lieblingswasabi hat wirklich eine extrem praktische Kopfform. Es bohrte seine kleinen Krallen in meine Hand und steckte den Kopf ganz tief in den Futterbecher. Ich frage mich, ob die Evolution gewusst hat, dass es irgendwann Futter in Plastikbechern geben wird.

Vielleicht mochte mich das Wallaby auch deshalb so gern, weil es innerlich spürte, dass wir einiges gemeinsam haben. Um dies zu erklären, muss ich Euch erst eine australische Spezialität vorstellen: Die TimTams. Das sind rechteckige Schokolandenkekse, deren diagonal gegenüberliegende Enden man abbeißen muss. Dann kann man sie in Milch, Kakao, Kaffee oder einer beliebigen anderen Flüssigkeit tauchen und als Strohhalm verwenden. Das klappt aber auch nur, wenn man genug Flüssigkeit im Becher hat. Hatte ich nicht und deshalb steckte ich meinen Kopf so weit wie es ging in die Tasse. Was natürlich daneben ging. Auch der Kakao. Mein kleines Wasabi hatte den Trick auch ganz gut drauf.

A propos Ähnlichkeit: Ich bin extra noch zu den Wombats gegangen, aber entgegen der Aussage eines gewissen Herrn kann ich mich nicht in ihnen wiedererkennen.

Weiter mit Ähnlichkeiten und etwas nicht ganz Jugendfreiem. (Manche Männer werden vielleicht entdecken, dass sie neidisch auf ein Tier sein können). Ich habe dieses Tier nicht gesehen, sondern nur von ihm gelesen, aber ich konnte nicht anders, als mich über sein Verhalten kaputtzulachen. Die Breitfuß-Beutelmaus.
Der Breitfuß-Mäuserich lebt nur elf Monate. Die ersten zehn isst und wächst er. Dann kommt er in die Pubertät und wird vom Gedanken an Sex beherrscht, so dass er vergisst, zu fressen. Nach zwei Wochen stirbt er, weil er erschöpf von Sex und Herumtragen von geschwollenen Geschlechtsteilen ist. Ein typisches australisches Tier, denn es verhält sich so, dass es auch in unwirtlichen Gegenden überleben kann. So bleibt nämlich mehr Futter für den Nachwuchs und die Weibchen, die sich um diesen kümmern.

Tierische Überlebenstaktiken 1

Australien ist seit 45 Millionen Jahren vom Rest der Welt abgeschnitten, was bedeutet, dass sich nicht nur die Tierwelt völlig anders entwickelt hat.

Weiße Papageien am Strand.

Ich schreibe „nicht nur“, weil auch der Boden für unsere Verhältnisse „nicht ganz normal“ ist. Kurz gesagt, er hat sich im Gegensatz zu anderen Böden seit der Trennung von den restlichen Erdmassen mangels Vulkanen und anderer üblicher geographischer Vorgänge nicht mehr erneuert. Die Konsequenz: Erosion. Ayers Rock zum Beispiel war vor 350 Millionen Jahren der Gipfel der australischen Alpen. Deshalb ist auch der Boden nicht gerade fruchtbar und die Tiere entwickelten daraufhin kuriose Taktiken, um möglichst energiesparend zu überleben.

Punktertaube.

Das Känguruh, Wahrzeichentier Australiens. Seine Energiesparmaßnahme: Hüpfen ist die energiesparendste Fortbewegungsart in mittlerer Geschwindigkeit. Die inneren Organe hüpfen mit – und helfen den Lungen zu atmen. Genauer gesagt, die Brustmuskeln müssen für die Atmung nicht benutzt werden. Das heißt aber nicht, dass die Tiere nicht lustig aussehen. Übrigens knurren sie wie Hunde. Ich hatte ein bisschen Angst vor dem Hauptkänguruh, dass die anderen seiner Art und zu seinem Leidwesen auch mich immer weggescheucht hat. Die Hälfte meines Känguruhfutters landete deshalb leider im Gras.

Das böse Hauptkänguruh.

Ein weiteres nicht ganz so cleveres Tier: Der Koalabär. Ich war so begeistert, endlich mal einen live zu sehen, aber Nori meinte nur, dass sie langweilig seien. Urteilt selbst. Wie kleine Knubbel hängen sie in den Eukalyptusbäumen und schlafen bis zu 20 Stunden am Tag. Sie haben Schlitzaugen und weiches Krausefell.

Der Koala ist nicht schlau, denn 20% seiner Energie geht dabei drauf, seine einzige Nahrung, die giftigen Eukalyptusblätter zu entgiften. Da Frage ich mich, warum isst er nicht etwas anderes? Versteh einer die Natur. Koala heißt übrigens sowas ähnliches wie „trinkt kein Wasser“. Jedenfalls hat der Koala deshalb ein ganz kleines Gehirn.Viel Grips braucht er eh nicht: Natürliche Feinde hat er kaum, er sitzt nur auf dem Baum und bewegt sich ungefähr einen Meter in der Stunde (wenn überhaupt). Aber man, die Koalas sehen so unglaublich süß aus!

Koala zeigt den Stinkefinger, pfui!

Sternzucker

Ich habe mich immer gefragt, was die Amerikaner immer mit ihren blöden Marshmallows haben, denn die chemisch bunten Zuckerbatzen haben mich bis jetzt eher zum Weglaufen inspiriert. Jetzt weiß ich es.
Man sucht sich einen Strand, wo niemand ist und auch kein Licht. Man besorgt einen Stock pro Person und sammelt Holz. (Möglichst ohne Ameisen. Ich konnte sie leider nicht alle retten, mein Karma muss ich morgen mit einer guten Tat unbedingt wieder aufpolieren.)
Dann: Im Sand ein Loch graben, Holz rein, anzünden, hinsetzen, Marshmallow auf den Stock spießen, ins Feuer halten.
Außen wird sich eine leckere Kruste bilden und wenn man sie vom Rest abzieht und man den Kopf nach hinten beugen muss, um die langen Zuckerfäden in den Mund zu bekommen, dann kann man den süßen Sternenhimmel schmecken.