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Kohle für Barcodes

Ein Typ eilt telefonierend an mir vorbei und teilt seinem Gesprächspartner mit, dass hier irgendwo die „Kokserei“ sein müsse. Zur sogenannten Kokerei bin ich auch unterwegs. Es ist Ruhrtriennale!

Das internationale Festival der Künste in der Metropole Ruhr umfasst neben Tanz, Musik und Theater natürlich auch die bildende Kunst. Fünf Installationen werden bis zum 6. Oktober in herausragenden Industriedenkmälern der Region präsentiert: In Essen zeigen sowohl Douglas Gordon und rAndom International (beide im Welterbe Zollverein) als auch William Forsythe (Museum Folkwang) ihre Werke, Ryoji Ikeda hat in der Duisburger Kraftzentrale gewirkt und Mischa Kuball und Dan Perjovschi sind rund um die Jahrhunderthalle Bochum vertreten.

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rAndom International: “Tower”, Welterbe Zollverein Essen (Foto: Anke Ernst)

Mich empfängt kein gesundheitsschädigender Kohlestaub, dafür die bis ins Mark dringende, weitverzweigte Videoinstallation “Silence, Exile, Deceit” des Schotten Douglas Gordon, die auf Architektur, Sound und Geschichte setzt. Die Atmosphäre der Kokerei in Essen spielt perfekt mit der bildenden Kunst zusammen. Es ist ein bisschen wie in einer Geisterbahn mit kulturellem Anspruch. Eine Sopranistin steigert sich in den Wahnsinn, eine Cellistin improvisiert zur Zauberflöte, zu Händel und Freddy Mercury. Vom Sound getrennt laufen Sequenzen auf gezielt platzierten Bildschirmen. Ich finde Gegenstände, die in den Videos vorkommen und werde so zur Erzählerin

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