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“Wo gibt’s denn sowas?”

Peter Royen, Foto Michael W. Driesch
Peter Royen, Foto Michael W. Driesch

Er trug zu gesellschaftlichen Veränderungen bei, seine Kunst ist von Weite und Zurückhaltung geprägt. In Düsseldorf wirkt seit 67 Jahren ein Mann, dessen Haar nun seine Lieblingsfarbe angenommen hat: der Niederländer Peter Royen. Nun sagen die Düsseldorfer Künstler Danke und ehren ihn mit dem Kunstpreis der Künstler.

Zwei Jahre lang stand in den 1940ern das heutige Haus der Royens in der Nähe des Flughafens leer, weil niemand sich dem Fluglärm aussetzen wollte. Für nur 700 DM monatliche Miete übernahm die Familie damals die Renovierung und baute u.a. Doppelverglasungen ein. Heute hängen im Eingangsbereich Bilder der drei Kinder und sieben Enkel. Es gibt viel Platz und ich habe sofort das Gefühl, einfach sein zu dürfen. In einem kleinen Erker mit Blick auf den seit 1949 verwilderten Garten, wo sich auch mal menschenscheue Füchse treffen, findet unser Gespräch statt. Peter Royen serviert mir im weißen Overall eine Tasse niederländischen Kaffee mit Schokolade und beginnt zu erzählen.

Trotz Empörung seiner Landsleute kam der Amsterdamer bereits 1946 nach Düsseldorf. Aus genau einem Grund: Otto Pankok, der an der Kunstakademie Düsseldorf unterrichtete. In Amsterdam hatte sich Royen seinerzeit nicht beworben, die Neugier trieb ihn an eine deutsche Kunstakademie, an der Professoren unterrichteten, die während der NS-Zeit politisch verfolgt worden waren und Malverbot gehabt hatten. Royen erinnert sich an seine Entrüstung und ruft fast belustigt aus: „Wo gibt’s denn so was? Malverbot!“ Was ist schon von einem Maler übrig, der nicht malen darf? „Nur, wenn man in Freiheit lebt, kann man schöpferisch tätig sein“, sinniert Royen. Er selbst habe sich nie verkauft, nie etwas anderes gemacht, um Geld zu verdienen. Lieber fuhr er damals alle Redaktionen von „Rheinische Post“ bis „Mittag“ ab, um seine Holzschnitte anzubieten. Pro Abdruck erhielt er 35 DM.

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