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Currys

Exotisches Küchengerät 1: Der Megamörser. Hier für die Paste Chili, Zwiebeln, Salz. Gibt es an Festtagen zum Frühstück mit Kokosmilchreis.

Im Reiseführer steht, dass das Essen in Sri Lanka zu dem schärfsten gehört, was man seinem Gaumen im asiatischen Raum antun kann. Es gab auch schon in Thailand Gerichte, die ich beim besten Willen nicht essen konnte, denn mein Körper hat sich ihnen einfach verweigert. Daher kann ich als Memme unter den Scharfessern nichts Neues über die Küche hier sagen. Zumindest nicht, was den Schärfegrad angeht – ich habe keine Vergleichsmöglichkeiten.

Anders jedoch ist es, und hier erfülle ich den Wunsch einer ganz besonderen Dame, ich nenne sie immer “meinen einzigen Fan”, was die Zusammenstellung und den Geschmack des Essens hier betrifft. Von den köstlichen Früchten muss ich ja nicht reden. Hier gibt es alles, was die exotische Natur zu bieten hat. Von kleinen süßen Bananen über zehn verschiedene Mangosorten, Jackfrüchten, Papayas, Passionsfrüchte, Rambutan. Zum Niederknien.

Ansonsten isst man hier hauptsächlich Curry. Mit Fleisch, ohne, mit Fisch, mit Fleisch und Fisch, was auch immer. Zuerst kommt der Reis auf den Teller, dann kann man sich von all den kleinen Schüsseln bedienen, die in der Mitte des Tisches stehen: Linsen mit Kokosnussmilch (nicht scharf, gibt es immer), irgendwelche gerösteten Blätter mit gerösteten Erdnüssen, Maniok, alles Mögliche in Curry, beispielsweise Rind, Schwein, Hähnchen, Fisch, Grünkohl, Bohnen, Sardellen. Häufig sind Zwiebeln und Knoblauch dabei. Außerdem gibt es sozusagen als Gewürz geraspelte Kokosnuss mit Chili und Zwiebeln.

Exotisches Küchengerät 2: Der Kokosraspler. Man setzt sich mit einer halben Kokosnuss in der Hand drauf und raspelt was das Zeug hält. Unten fängt die Schüssel fast alles auf.

Wenn sich alles auf dem Teller befindet, kommt das große Gemantsche. Mit der rechten Hand (die linke gilt als “unrein”, daher habe ich Linkshänderin mich mal schön umgewöhnt) matscht man alles zusammen und schaufelt es in die Kuhle, die man mit kleinem bis Zeigefinger bildet. Dann wird die Hand umgedreht und mit dem Daumen alles in den Mund geschoben. Ich finde, das sieht nicht besonders ästhetisch aus. Auch nicht bei geübteren Schauflern als ich. Aber irgendwie hat man einen unmittelbareren Bezug zu dem, was man grade in seinen Körper einführt. Ich bilde mir ein, eher zu bemerken, dass ich satt bin.

Wenn man fertig ist, sitzt man weiter da rum, unterhält sich, die absolut vollgesoßte Hand mit Reiskörnern garniert liegt wie ein verletztes Körperglied auf dem Tisch neben dem Teller. Bis man dann irgendwann aufsteht und sich die Hände waschen geht. Diese Prozedur vollzieht sich morgens, mittags und abends.