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Twittertod

Leider Sendepause und dann gleich Umbau des "Wer wird Millionär?"-Studios! Mein trotziges, aber zugegebenermaßen ziemlich sinnloses Foto möchte ich niemandem vorenthalten.

Stellt Euch vor, Günther Jauch taucht in Eurem Wohnzimmer auf, verkündet etwas bestürzt, dass sein Tod getwittert wird und bittet Euch, dies bei vorhandener Gelegenheit zu dementieren. So passierte es mir. Die einzigen Unterschiede: Es war nicht mein Wohnzimmer und nicht Günther Jauch, sondern Alfonso Espinosa de los Monteros, der in Ecuador Claus Kleber und ¿Quién quiere ser millonario?– Moderator in einer Person ist.

Die Dementierungsgelegenheit ergab sich für mich nicht – niemand trat mit der Hiobsbotschaft an mich heran. Aber ich darf nun kompensatorisch für meine weitreichende Leserschaft schreiben: Zittert nicht, er lebt! Und er nahm uns als Freunde seines Sohnes sogar mit ins Nachrichtenstudio.

Espinosa sieht ein bisschen aus wie Karl Lagerfeld, ist seit 45 Jahren Journalist und trotzdem vor jeder seiner Sendungen ein bisschen nervös.

Alfonso Espinosa de los Monteros

Als alter Hase hat er viel zu erzählen, darunter, wie er sechs Monate vor dem Fall der Mauer und kurz danach wieder für Ecuador aus Berlin berichtete. Außerdem interviewte er Helmut Kohl vor dessen letzter Wahl. Espinosa erzählte mir, dass er damals noch keine Kamera hatte und sich daher eine Amateurkamera besorgte, die ihm jedoch auf den Rückweg über Bogotá mitsamt Bändern gestohlen wurde. Laut eigener Aussage war dies eines der schlimmsten Momente seines Lebens.

Jüngst wurde ihm und seiner Frau zum 40. Hochzeitstag gratuliert. Vielleicht konnten sich die Ecuadorianer einfach nicht vorstellen, dass es jemand so lange mit seiner Frau aushält und deshalb irgendwann einfach stirbt. Vielleicht ist eine Ente aber auch das Sensationsheischendste, das man über den sympathischen Mann berichten kann.