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Hiro, 33, Japan. Mit Humor im Haifischbecken (2)

Hiro lebt nach dem Motto „work hard, play hard“. 100% geben, egal ob es Arbeit oder Freizeit ist. Und gilt das auch für Beziehungen? Hiro hat sich erst vor kurzem von seiner Freundin getrennt, an eine neue Partnerschaft hat er noch nicht gedacht.

Bei Gefühlen, sagt er, hat er im Gegensatz zur Arbeit keine Kontrolle über das, was passiert. Er lässt die Dinge lieber auf sich zukommen. Wenn er jemanden trifft und sich verliebt, dann wird er sich darüber freuen und die Zeit genießen.

Unerwartetes kann das Leben bereichern

Nichtdestotrotz wünscht er sich bald eine Familie – nachdem er sich seinen großen Traum erfüllt hat: Ein Mal in die Antarktis zu fahren. „Meine Frau wird mich wahrscheinlich nicht da hin lassen, es sei denn, sie ist verrückt.“ Hiro will diese völlig andere Welt, in der nur Eis und Kälte, Reinheit und Einfachheit herrschen, am liebsten mit einem Schneeschlitten erkunden.

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Hiro, 33, Japan. Mit Humor im Haifischbecken (1)

Hiro aus Japan wurde schlagartig erwachsen als er mit 14 Jahren in ein australisches Jungeninternat zog. Heute ist er promovierter Luftfahrtingenieur und lebt in Boston.

Seine Kindheit klingt abenteuerlich. Er wuchs in Japan, Zaire und den Philippinen auf. Als die Eltern mit seinen sechs jüngeren Geschwistern wieder nach Japan zogen, weigerte er sich, mitzukommen. Sein internationaler Hintergrund machte es ihm unmöglich, sich wieder in die kleine, uniforme japanische Welt zu zwängen, die, wie er sagt, nicht sähe, was in der Welt passiert.

Daher ging er auf ein Jungeninternat in Australien, eine Empfehlung eines Freundes der Familie. Bei sieben Kindern war seinen Eltern eins weniger wahrscheinlich gar nicht so unrecht, scherzt er. Die Bedingung, die sein Vater ihm stellte aber war, dass er anschließend studieren würde. Hiro hat sogar seinen Doktor in Luftfahrttechnik gemacht.

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Nach dem „sky“ das „scuba“

Merke: Beginne nie, die Unterwasserwelt am Great Barrier Reef zu entdecken. Das ist ungefähr so, als würde man nach einem fünf Sterne Menü den Nachtisch bei McDonald’s einnehmen. Die beeindruckende Erfahrung in Australien (siehe “Anke im Wunderland”, 26. Mai 2010) wollte ich in Thailand noch steigern. Leider hatte die zu hohe Wassertemperatur (bis zu 34º C) die Korallen ausgeblichen, das Wetter war suboptimal, die Sicht nicht gerade berauschend. Aber trotz allem, Ihr habt es vielleicht schon am Titel erraten, bin ich nun stolze Besitzerin eines Tauchscheins. Genauer gesagt: eines PADY Open Water Diver.

Zwei Tage lang üben im Schwimmbad, zwei Tage lang Übungen auf offenem Meer. Und davor die ganze vierstündige Theorie auf DVD inklusive eines unlustigen Clowns. Den anschließenden Test habe ich mit Bravour bestanden. Ich weiß jetzt, was Bar sind, wie sich Luft verhält und warum sich Farben und Licht unter Wasser verändern. Mein ehemaliger Physiklehrer hätte das wohl nie von mir gedacht. Wie so oft hat sich bestätigt: Wenn man weiß, wofür man etwas braucht, dann kann man es auch schnell lernen.

Mein netter Tauchlehrer.

Die Übungen im Schwimmbad haben mir noch Angst gemacht, aber ich habe eine Taktik entwickelt, die irgendwie funktioniert hat. Ich war zwar nicht ruhig, aber ich habe so getan als ob. Und dann war ich es auch irgendwann. Höre nie auf zu atmen. Man kann die Maske abnehmen und trotzdem durch den Mund weiteratmen. Man kann nicht durch die Augen ertrinken. Es gibt eine alternative Luftversorgung. Auf dem Finimeter kann man immer den Stand der Luft überprüfen. Man kann das Mundstück aus dem Mund nehmen und wieder reintun. Ich konnte erst meine Luftröhre nicht von meiner Speiseröhre unterscheiden und musste immer aufstoßen. Kann man Luft essen? Durch die Atmung kann man die Position des Körpers im Wasser verändern. Diese Gedanken verfolgte ich hauptsächlich im Schwimmbad.

Auf offenem Meer, also da, wo man nicht einfach mal kurz wieder auftauchen kann wenn was nicht so klappt, werden die Übungen ernster. Aber da machen sie so viel mehr Spaß! Bei der zwischenmenschlichen Kommunikation gibt’s keine Zwischentöne, kein Beleidigtsein, keine philosophischen Diskussionen. An erster Stelle steht Überleben und die Verständigung läuft über Handzeichen. OK, knappe Luft, auftauchen, abtauchen, stopp, Steinfisch (gefährlich), lustig. Alles andere, und das schreibe ich, obwohl ich am Great Barrier Reef schnorcheln war und ich es absolut nicht mag, dass meine Finger schrumpelig werden, ist einfach nur Bewunderung für das, was die Natur so unter Wasser erschaffen hat. Die Korallen, die neugierigen Fische, die riesigen Fischschwärme, selbst die Seeigel, deren After oben ist (und wo man denkt, es sei ihr Auge) und das Leben auf dem Grund sind so interessant, dass ich gar nicht mehr auftauchen wollte.

Oben ist die Welt wieder laut, die Ausrüstung schwer und ich nicht mehr ganz so anmutig wie schwebend unter Wasser. Aber wie die DVD der amerikanischen Organisation ununterbrochen suggerierte: „divers have more fun than normal people“.

Ich finde, „fun“ ist ein Understatement.