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Gequetscht auf Tonlé Sap

Nach der Lektüre sowohl des letzten und als auch des aktuellen Eintrags wird Euch folgendes klar werden: Sollte ich je etwas sinnloses getan haben, dann war es der Besuch der Floating Villages.

Von Siem Reap wollten wir bis nach Battambang fahren. Ich liebe Boote und die Fahrt über den See Tonlé Sap soll besonders schön sein. Diese Form der Weiterreise lag also nahe.
In der Tat, die Fahrt war besonders schön, zumindest was die Landschaft angeht. Wir fuhren nämlich ironischerweise durch besagte Floating Villages hindurch (sogar ohne etwas kaufen zu müssen) und noch viel weiter. Genauer gesagt, sieben Stunden lang. Es waren einige der längsten Stunden meines Lebens. Im Nachhinein bin ich froh über die Erfahrung, aber zu dem Zeitpunkt musste ich mich redlich bemühen, diese zu schätzen.

Die Sonne knallte aufs Dach. Der Motor war sehr laut. Es gab keine Toilette. Ich hatte Durst und wollte trotzdem nichts trinken, denn wo hätte ich denn Wasser lassen können? Das Boot war eng und rappelvoll. Auch mit einem älteren und nicht besonders ästhetischen Mann, den eine junge, schöne Kambodschanerin umsorgte. (Das ungleiche Paar machte das Schild in unserem Hostelzimmer besonders anschaulich und notwendig. Es trug die Aufschrift: „Do not sex with children.“)

Es gab in den sieben Stunden eine Pause und somit die Möglichkeit, auf ein See-Plumsklo zu gehen. Danach hieß es, zurück auf die Holzplanken des Bootes. Ein Sturm sorgte eine halbe Stunde lang für Erfrischung und nasse Kleidung. Danach war wieder alles wie vorher: Im See badende Kinder winkten uns, ebenso die Fischer, manchmal auch die anderen Bootsführer. Wir sahen flaches Land, Schlamm, Holzhütten, Hausboote. Kurz: Wir erhielten einen wie ich glaube repräsentativen Einblick in den kambodschanischen Alltag.

Die Fahrt erhält von mir das Prädikat „Kulturell und existenziell wertvoll“.