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WGAuflösung

Ja, wir sind nach zwölf Tagen in Cairns angekommen. Meine Theorie von kalt nach warm, vom Jahreszeitenwechsel innerhalb von Tagen hat sich bestätigt: Die Nächte wurden immer wärmer bis sie sich in echte Tropennächte verwandelten. Moskitos, Hitze (besonders für mich, die in der kleinen Kuhle oben im Wohnwagen schlief)

und Palmen. Yes! Ich fühle mich zu Hause.
Vielleicht ist es den Tropen zu verdanken, dass Nori ENDLICH einen Fisch fing. Er (also der Fisch) lag dann zwei Tage bis zur Auflösung unserer kleinen WG im Kühlschrank und Nori fragte uns stündlich, ob wir ihn tatsächlich essen wollten oder nur so höflich taten.
Der letzte Tag vor der Abgabe des Wohnwagens verlief, wie überhaupt die ganze Reise, extrem stressfrei. Um 15 Uhr musste alles tiptop sein. Um neun Uhr standen wir auf. Von zehn bis 14:15 Uhr saßen wir in unseren Campingstühlen mit Blick aufs Meer und lasen. (Hier mein Buchtipp: Jane Eyre, am Besten auf Englisch lesen. Zu Recht ein Klassiker der Weltliteratur!) Nebenher aßen wir so viel von unseren Essensvorräten wie möglich. Auch Noris Fisch.

Wobei es eigentlich Knoblauch mit Fisch war …

Zur oben angegebenen Stunde fingen wir an, alles einzupacken. Ein paar Hippies profitierten von der Kühlschrankauflösung. Pünktlich um 15:10 Uhr gaben wir den Wohnwagen sauberst ab.
Meine Reise führt mich nun auch nicht mehr in kalte Gefilde, daher hinterließ ich meine Winterschuhe dem örtlichen Mülleimer. Ich hoffe, dass sie vielleicht noch jemand gebrauchen konnte.

Anke-Poetik-Metapher: Für jeden Menschen tickt die Uhr – und auch vor Schuhen macht die Vergänglichkeit nicht Halt.

Der Wecker war übrigens auch kaputt. Versucht mal, Sonntag Abend einen Wecker aufzutreiben, damit man Montag Morgen pünktlich um sieben Uhr geweckt wird. Klappt nicht. Aber der Zimmernachbar hatte viel Vertrauen in Menschheit und uns und stellte uns sein Handy zur Verfügung.
Ihr fragt Euch bestimmt, warum uns nicht schon vorher aufgefallen ist, dass wir eventuell einen neuen Wecker brauchen würden. Nun, Nori war zwölf Tage lang hauptberuflich Morgenstundenangler und Wecker. Man weiß eben oft erst was man hat, wenn es nicht mehr da ist. Übrigens werden uns auch bestimmt seine Komplimente fehlen, die er uns regelmäßig zur Aufmunterung, zum Lachen oder einfach so machte. „Mélanie, you look gorgeous. Anke, you look fantastic.“ Eigentlich wird uns unser lieber Nori überhaupt fehlen.
Er selbst war offensichtlich froh, als er uns endlich abgeben konnte.

Und noch was zum Lachen. Jetzt stehen definitiv die besten Englischversionen unserer beider Namen fest. Mélanie schien in den Augen eines Skippers auf den schönen Namen „Meloni“ zu hören. Ich musste dagegen einen Gletscherführer enttäuschen und ihm schonend beibringen, dass ich Anke und nicht „Anchor“ heiße.

Manno.