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Letzte Insidertipps aus SF

Wellsfargo Bank in der Montgomery Street. Denis führte uns zu der Bank, in der ein kleines historisches Museum zur Geschichte der Postkutschen aufgebaut ist. Im 19. Jahrhundert fuhren diese zwischen New York und San Francisco hin und her.

Denis und ich als Postkutschenreisende.

Eine anstrengende Reise, die einen Monat dauert! (Ich habe gefragt, ob die Kutscher Singles waren und der Museumsmann meinte, dass das wohl der Fall gewesen sei.) In den Kutschen reisten auf engstem Raum bis zu neun Leute. Stellt Euch das vor, einen Monat lang, jeden Tag zusammengequetscht und durchgerüttelt in einer Kutsche. Ein Reisender berichtete, dass seine Arme durch die Hitze auf das Doppelte angeschwollen waren. Da war der enttäuschende Flug von Frankfurt hierher mit der bekannten deutschen Fluggesellschaft der reinste Wellnessurlaub.

Ich lerne auch Jesse James kennen, ein bekannter Bandit der damaligen Zeit.

Es kursiert folgende Geschichte über seinen ersten Überfall:

Jesse springt voller Räuberelan auf die Kutsche und schreit: „I’m gonna rob all the women and rape all the man!“
Eine Frau meldet sich schüchtern und fragt, ob er das nicht eigentlich andersherum machen wolle.
Daraufhin bemerkt ein schwuler Mitreisender: „Let him rob us the way he wants!“

Was man auch machen kann: Sein eigenes Geld. In vier Sekunden erhält man drei verschiedene Dollarnoten mit dem eigenen Gesicht. Ich habe es nicht geschafft, mein Finanzimperium aufzubauen, obwohl ich das Angebot ausgiebigst genutzt habe. Falls Ihr gerne Mathe macht: Wieviele Stunden braucht Anke, um ausreichend Geld – sagen wir erst mal 100.000.009 Dollar – für das Anke-Imperium zu drucken?

Man sollte auf jeden Fall ein Farmer’s Market besuchen. Es finden jeden Tag welche statt, der Beste ist der am Samstag, wir waren jedoch auf einem kleineren in der Crocker Galleria. Dort ist probieren (oder schnorren) nicht nur total angesagt, sondern auch ausdrücklich erwünscht! Wirklich, ich hatte vorher einen Riesenhunger, nach dem Marktbesuch war ich pappsatt und hatte nicht mal was gekauft. Die Händler übertrupfen sich gegenseitig mit Probiermöglichkeiten, einer wollte mir dann auch eine Telefonnummer geben. Essen hat mir aber gereicht. Auf dem Dach des Gebäudes gibt es einen geheimen Park. Überraschend ruhig und gut fürs Verdauungsschläfchen.

Sonstiges Kulinarisches:

Schroeder’s: Das deutsche Resto San Franciscos, es gibt um 16 Uhr Vorspeisen gratis – wir haben ganz dreist nur die Vorspeise gegessen und sind wieder rausgegangen.

Ghirardelli: Traumhafter Schokoladenladen mit Probiermöglichkeiten.

The Stinking Rose: Es gibt dort nur Gerichte mit Knoblauch – danke an Emmanuel, dass wir trotzdem bei ihm übernachten durften.

The Cheesecake Factory: Leckere Kuchen, die man sich gleich an die Hüfte nageln kann. Aber über die Speiseröhre macht’s viel mehr Spaß.

Wenn man so wie ich am 1. April in San Francisco ist, dann nicht die Parade des Saint Stupid’s Day verpassen! Sie endet auf der Justin Herman Plaza des Embarcadero Center. Karneval mal anders. Erstens wärmer, zweitens Hippielieder (mehr oder weniger gut gesungen), drittens keine pseudolustigen Kostüme sondern Leute, die erfrischend albern in ihren Kostümen aussehen. Zum Beispiel übergewichtige Frauen, die auf Einrädern und mit nacktem Oberkörper „Boops for Peace“ rumfahren.

Muss man gesehen haben.